Ideal gelesen:
„Nachhaltigkeit bedeutet, dass alle Erzeugnisse und Leistungen des Waldes, wie zum Beispiel Holz, jetzt und zukünftig von unseren Kindern in gleicher Menge und Qualität genutzt werden und sie sich ebenfalls tagtäglich an der Schönheit des Waldes erfreuen können.“ (Quelle: Landesforsten RLP, https://www.wald-rlp.de/de/wald/ )
Real gesehen:
4 Bilder vom 25. Juni 18
Über einen Hang, rund 2 km breit, wurden und werden mittelalte Buchen, Kiefern gefällt. Zurück bleibt ein lichter Bestand etwa gleich alter Bäume ohne Unterholz mit Anmutung einer Savanne. Zurück bleiben zerwühlte Schneisen und Wege mit Kettenspuren des Harvesters.
Nachhaltigkeit? Ich bin weder Forstmann noch Ökologe; der Augenschein lässt eine erhebliche Störung des ökologischen Beziehungsgeflechts vermuten. Die ästhetische Nachhaltigkeit ist bis auf weiteres unterbrochen; das Ideal oben trifft hier in zumindest einem Aspekt nicht zu.
Offenkundig muss unser Land seine Ressourcen (besonders Bauland, mineralische Rohstoffe, Holzvorräte) intensiv und extensiv nutzen, um seine Aufgaben zu erfüllen (soziale Verpflichtungen,
Ersatzinvestitionen, Zukunftsinvestitionen und Rüstung). Die Wälder und Forstleute müssen dazu beitragen, mutmaßlich auch jenseits der Nachhaltigkeit.
Jedoch: Muss der Forst als Institution solche Zusammenhänge verschweigen, muss er ein „heile-Welt-Gebot“ erfüllen? Vielleicht ja, weil der deutsche Wald seit jeher für Gutes steht, weil die Hüter des Waldes politisch korrekt sein müssen.
Uns Bürger ärgert, wenn man Unbedarftheit unterstellt, uns wie Kinder belehrt, derweil sich draußen Vieles anders zeigt. Machen wir den Forstleuten Mut, offener über die Forstwirtschaft zu sprechen.
Noch was: Harvester-Großeinsatz und ökologisch-ästhetisch gesunder Wald vetragen sich nicht!
Rudolf Ahrens-Botzong